Zusammenfassung:

 

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Grobe Gliederung bisheriger Institutionen in drei Berreiche:


Bundeswehr: Bilderstellung+Bildauswertung (autark)
Factum Arte: Bilderstellung+Bildauswertung (vernetzt)

UNOSAT: Bildauswertung <-- auswärtige Bilderstellung (vernetzt)
Telespazio: Bildauswertung <-- auswärtige Bilderstellung (vernetzt)
Weizmann: Bilderauswertung, <-- auswärtige Bildererstellung (vernetzt)

Fraunhofer Institut: Bilderstellung, keine Bildauswertung (eigendienlich)
Cern: Bilderstellung, keine Bildauswertung (rein Marketing)

 

Folgender Beitrag fasst die Ergebnisse der Material/Recherchedurchsicht in gekürzter Form zusammen.

 

CERN:

Generell sind die Aufnahmen sehr spontan wirken wenig ausfeilt. Oft wird zwischen vortragender Person und jeweiligem Bildschirm hin und her gezoomt. Besser Computer-programm das vom Bildschirm abfilmt, falls möglich. Die Videos springen zwischen einzelnen zusammenhängenden Erklärungen. Manchmal ist der Kopf zur Hälfte vom Bildrand überschnitten. Unter den Aufnahmen auch einige mit ästhetischem Wert (Bsp. Geschäftiger Gang mit alter Holztür)

Die Führung durch die museal wirkende Ausstellung von einem Mann (mit norwegischer Flagge auf Pulli) wirkt wenig „authentisch“, Zuschauer nicht am Ort des Geschehens sondern bereits in einem gefilterten Ambiente.

Cern stellt allein die (beeindruckende) Ausrüstung zur Verfügung, diese wird aber von aus-wärtigen Instituten und Wissenschaftlern genutzt.

Mann (mit Igelfrisur) ist der Kommunikationsbeauftragter von Cern. Nutzt herkömmliche Grafikprogramme um „unglaublich komplizierte Sachverhalte“ sichtbar zu machen. Kernproblem mit Cern: Bilder erfüllen nur den Zweck der reduzierten Kommunikation mit Minderqualifizierten, sozusagen pädagogischen, keinen eigentlich wissenschaftlichen Zweck. Neben den eigens erzeugten Bildern, schafft der Apparat selbst Millionen von Bildern pro Sekunde aus denen der Wissenschaftler eines oder wenige auswählt die willkürlich aber repräsentativ sind.

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UNOSAT:

Fluraufnahme wichtig wegen grundsätzlicher Informationen, aber ungünstiger Ort (Durch-gangsbereich, unruhig, deplatziert). Gleiches Problem mit Bildschirm und Vortragendem, Aufnahmen mit Frau sehr gelungen, erklärt präzise und kurzweilig deren Vorgehen. Mann (im Anzug) wirkt fast komödiantisch, (wiederholte Aufnahme etc.), zu viel Verkehrslärm.

Interessanter Ansatz des Kombin-Image. Schaffen ein frei zugängliches, stark interpretiertes Bild von Karten, Satellitenaufnahmen etc. aus vielfältigen Quellen (Bsp. Google). Dabei werden aus Rohdaten, bildliche wie schriftliche (Statistiken von Universitäten), komplexe aber stark fokussiert Hilfswerkzeuge herausgearbeitet für Hilfsorganisationen, humanitäre Einrichtungen (Militär?) etc.  Die Aufnahmen bleiben dabei im Fluss, d.h sind nicht starr sondern innerhalb des Systems variabel und ergänz- oder austauschbar. Bilder der „Realität“ werden manipuliert um „über reale“ Bilder zu erzeugen. Bilder die mehr Informationen tragen als in ihrem Ursprung. Lassen, wenn nötig, auch Personen (Mitarbeiter?-Netzwerk?) vor Ort Nachforschungen tätigen, falls trotz oder wegen Satellit oder anderen Medien Unklarheiten bestehen bleiben.

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Fraunhofer Institut:

Aufnahmen wirken unzusammenhängend, es wird nicht klar wie die einzelnen Projekte in Verbindung stehen. Generell skeptisch inwiefern überhaupt für das Thema „Imaging Techno-logy“ relevantes Material darstellt.

Gated-Viewing: Boden wird in Schwingung versetzt so das sich unter der Erde verborgene Objekte sichtbar/entdeckbar machen lassen (Bsp. Mine).

Sliding-Gates: Möglichkeit durch eine Aufnahme zu „scrollen“. Dadurch ist es Möglich Distanz, Größe etc. zu erfassen.

Real-3d-Kamera: Punktwolken erstellen mit einer Linse ein sofortiges 3d Bild auf Computer, dabei verrät die Farbe (wie bei Wärmebildkamera) Ferne oder Nähe.

Entwicklung von Programmen die Stördaten aus Videoaufnahmen berechnen und filtern (Bsp. Hitzewellen).

Laserstrahlen werden in „Scheiben“ geschnitten um Plasma zu produzieren.

Humanoider Roboter balanciert Ball auf Brett. Zusammenführung verschiedener Technologien (Tracker etc.).

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FACTUM ARTE:

Viel gutes Material dabei, auch für spätere Ausstellung.  Videos auf Homepage, sind selbst-erklärend und optisch beeindruckend.

Interessant Tisch mit Sphinx: Keine Kopie sondern ein noch nie gefertigtes Original nach Plänen von Piranesi. Spiel zwischen Kopie und Original aber nicht Thema der Ausstellung.

„Set-rush" (?) in Kombination mit Scanntechniken von griechischen Plastiken, Früchten etc. und den Plänen von Piranesi ergeben ein Kombin-Objekt (vergleichbar mit UNOSAT?) Es findet ein „überhellen" im Sinne Heideggers statt, eine Interpretation die über die Nach-bildung hinausgeht.

Mobiler Scanner aus Teilen militärischer Apparatur liefert neben der Möglichkeit zur Kopie auch tiefer gehende kulturhistorische Aufschlüsse, Institution arbeitet zusammen mit Cara-vaggio Research Center. Bild wird mit „Fähnchen“ versehen, bietet detaillierte Info-rmationen. Symbiose aus Kopienwerkstatt und (Kunstgeschichts-) Wissenschaft.

Problem der „Undercuts". Flachscanner, ermöglicht keine inwendigen Strukturerfassung.

Druckvorgang: Programm erstellt automatisch Innenstruktur (Waben) nicht auf Original oder Vorlage basierend (Disneyland):

„It not absolutly perfect, but its very exact." Zitat Christian (Mann mit Vollbart) zuständig für Webside und Kommunikation. Video und Dokumentation erfüllt gleichen Zweck wie bei Cern (!?).

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Weizmann:

Aufnahme schwer verständlich.

Frage nach dem Wahrheitsgehalt von Bildern, bzw... die Möglichkeit zur „Zeugenschaft". Diese wird von der Person auf das Objekt verschoben. Steine sollen zum „sprechen“ gebracht werden, dadurch verschiebt sich das Problem der Glaubwürdigkeit aber nicht hin zum Objekt sondern vom Zeugen auf den Übersetzer. Vergleichbar dem Kunstexperten der die Fälschung vom Original scheidet. Bau-Forensik als Mittel die Veränderung zu lesen, Geschichte zu schreiben. Politische Veränderung kann sichtbar gemacht aber auch hervorgerufen werden durch Architektur. Bsp. eigene Architekturmodell bei Treffen mit bestimmten Politikern. "Political Plastic" im doppelten Sinne. Betreibt rückwärts gewandte Bildanalyse wie UNOSAT. Weizmann als Wissenschaftler und Aktivist. Frage nach der Technologie: Kombination aus Satellitenbildern, Fundstücken etc?  

 

Bundeswehr:

Bundeswehr-TV-Aufnahmen als Readymade in die Ausstellung erhalten innerhalb der Präsentation Reflexion in ihrem bereits auf Marketing angelegtem Auftreten. Nicht gewollte Kooperation nutzbar machen.

Interessant wegen beinahe unmittelbarer Aufnahme und Auswertung, in einem autarken System. Kartenlesen im Akkord, dabei starke Filterung. Vergleich mit UNOSAT - Frage nach der Lebensdauer von Bildern. Da die Technologie bereits vor ihrer Dokumentation, bereits vor ihrer eigentlichen Existenz in der breiten Öffentlichkeit, wieder am verschwinden ist, bereits verschwunden ist, erhält sie  besonderen Wert. Tornadoflüge sind Schnittstelle zwischen Luftaufnahmen und Satellitenbildern. Auswertung-Lehrvideo wäre wichtig und gut für die Ausstellung.

Frage nach dem Übergang von Spezialisten zu „Universalauswertern“.  (Frage nach Kunstwissenschaftlern, ähnliche Strategie?)

 

TELESPAZIO:

Aufnahmen wirken teils sehr gestellt, wenig authentisch, dokumentativ.  Vortrag über die Geschichte der Satellitentechnik, pädagogisch aber gut - bietet guten Überblick. In Komb-ination mit Unternehmensgeschichte seit 1961, vielleicht interessant anhand dessen Entwicklung nachzuzeichnen (?).

Auswertung von Bildern die von andern Institutionen erstellt werden. Dienstleistungs-unternehmen unter anderem für die Europäische Union. Arbeiten ähnlich wie UNOSAT allerdings in kleinerem Bereich und unter bestimmten Vorgaben, Erscheinen im direkten Vergleich weniger interessant.  Sind selbst nicht an der „Imaging Technology“ beteiligt.  Nutzen verscheiden Satellitentechniken zur genauen Analyse bestimmter Landschaften oder Vorkommnissen. Bsp. Vegetation, oder Seeverkehr.

In Darmstadt deutsche Außenstelle, kann besucht werden.

Es wird deutlich warum welche Farbe oder Färbung ach und vor allem aufgrund des technischen Hintergrundes.

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ESAT:

Nette Animation beim Space-Kino, allerdings schlechte Aufnahme. Sehr Interaktiv, erscheint wie Performance. Wieder hauptsächlich Marketingnutzen, vergleichbar mit CERN, eigentlicher Nutzen Politiker von Investitionen zu überzeugen. Sind selbst dafür zustädig wer welches Geld bekommt, damit nach Vorgaben der Politik entsprechendes an andere vergeben wird.

Die Frage nach dem Charisma der Bilder, wie hilfrei oder schädlich ist die Powerpoint-Präsentation. Ist es wirklich so das ohne Interaktion keine Wirkung auf Betrachter ausgeübt wird, Powerpoint als Prozess oder als Bilderbuch?

 

Diskussion:

 

Mir erscheint Telespazio und UNOSAT sehr ähnlich, die Frage ist wer ist interessanter, bei welchem kommen wir besser vorran.

CERN erscheint mir als paroblematisch, ihr rein kommunikativer Nutzen der Bilder mit der Auswelt, zwecks Marketing trifft nicht unbedingt den Kern unseres Themas soweit ich es verstehe.