Vortrag

Animismus

19.06.2012 / HfG Karlsruhe

von Anselm Franke

 

 

Am 19.06. hielt Anselm Franke auf Einladung des Fachbereiches Medienkunst einen Vortrag über die von ihm kuratierte Ausstellung Animismus.

 

Animismus ist ein mehrteiliges Ausstellungsprojekt, das die gegenwärtig auf breiter Ebene stattfindende Neubewertung der Moderne aufgreift im Sinne von Bruno Latours Titel „Wir sind nie modern gewesen“. Die Ausstellung nimmt ihren Ausgangspunkt bei den künstlerisch-ästhetischen Verfahren der Animation, die vor allem aus dem Trickfilm bekannt sind, und untersucht deren Zusammenhang mit den kategorialen Grenzziehungen des modernen Weltbilds.

Die Animation nämlich verdankt ihre Attraktivität der Überschreitung von Grenzen: die Trennung von Leben und Nicht-Leben, Stasis und Bewegung, Menschlichem und Tierischem, Realität und Imagination etwa werden durch sie systematisch de-stabilisiert. 

Die Ausstellung stellt diese Phänomene in den Kontext des aus der Ethnologie des 19. Jahrhunderts stammenden Animismus-Begriffs. Animismus wird im Allgemeinen als eine religiöse Praxis verstanden, die im Gegensatz zum objektivierenden Standpunkt moderner Rationalität Objekte und Natur als lebendig begreift, als unterschiedliche Formen von Subjektivität besitzend. Das Projekt wirft Fragen nach den Grenzen von Objekten und Subjekten, von Natur und Kultur, von Psyche und materieller Welt auf. Der Begriff „Animismus“ wird zum Ausgangspunkt einer Untersuchung jener Grenzen – nicht zuletzt weil diese durch die globalen und technologischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte in Bewegung geraten sind und auf dem Prüfstand stehen.

 

 

Mitschnitt des Vortrags anhörbar unter:

http://soundcloud.com/mk-foto/anselm-franke-animismus

 

 

 

 

Animismus: Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt

16.03.2012 - 06.05.2012

http://www.hkw.de/de/programm/2012/animismus/animismus_68723.php

 

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