"In all of my work there is a real interplay between doing real research ... trying to find out what's happening ... on the other hand, I am trying to make art."
-- Trevor Paglen

 

 

http://www.secession.at am 15. Juni 2011:

"Im Zentrum der Arbeit des amerikanischen Künstlers, Autors und experimentellen Geografen Trevor Paglen steht die politische und ästhetische Auseinandersetzung mit den verborgenen Aktivitäten von US-Geheimdiensten und Militär, die man unter dem Begriff „Black World“ zusammenfasst. „Das Unsichtbare sichtbar machen“ könnte sein Credo lauten. Ausgangspunkt sind aufmerksame Beobachtung, akribische Recherchen und das Sammeln von umfangreichen Datenmaterial.

 

Für die Umsetzung seiner Werke – meist Fotografien und Videoarbeiten - nutzt Paglen technisch avancierte Hilfsmittel wie spezielle Kameras und Präzisionsteleskope, die in der Weltraumfotografie Verwendung finden. So kann er aus enormen Distanzen weiträumig abgesperrte Militäranlagen fotografieren oder mittels Langzeitbelichtungen die Flugbahnen von Satelliten – und somit ihre Existenz - dokumentieren. Die Zusammenarbeit mit internationalen Amateur-Netzwerken von Flug- oder SatellitenbeobachterInnen und die von ihnen zur Verfügung gestellten Informationen bilden hierbei die Grundlage, um die vom US-amerikanischen Geheimdienst CIA zur lückenlosen Überwachung der Welt eingesetzten Satelliten und ihre Orbits zu identifizieren.
Die kritische Auseinandersetzung mit den historischen und kulturellen Bedingungen der Wahrnehmung ist Voraussetzung für den investigativen Ansatz des Künstlers. 
Das Interesse Paglens gilt zum einen Phänomenen, die nicht mit bloßem Auge sichtbar sind wie Satelliten, Drohnen und ihre Flugbahnen; aber auch dem Verborgenen, Verdeckten wie beispielsweise die weiträumig abgesperrten Militäranlagen in den Wüsten der USA, die auf keiner offiziellen Landkarte aufscheinen. Zum anderen lenkt Paglen seine Aufmerksamkeit (und die der BetrachterInnen) auf Vorgänge, die sehr wohl mit freiem Auge sichtbar sind, aber dank ihrer Tarnung des Alltäglichen – man kann hier an die zahllosen Code- und Decknamen für geheime Militärprogramme denken – oder aufgrund eines mangelnden politischen Bewußtseins und Interesses von einer Mehrheit der Bevölkerung schlichtweg nicht wahrgenommen werden. Trevor Paglen geht es in diesem Kontext um eine Schärfung unseres Bewußtseins, dass die sogenannte „Black World“ tatsächlich existiert."