1874 schuf der schottische Physiker James Clark Maxwell (1831-1879) ein dreidimensionales Modell auf Basis thermodynamischer Graphen des US-Amerikaners Willard Gibbs (1839-1903). In mehreren Diagrammen erklärte Gibbs den Zusammenhang zwischen Volumen, Energie und Entropie in Abhängigkeit unterschiedlicher Temperatur- und Druckwerte. Maxwells Modell kann als Paradebeispiel für die Visualisierung komplexer physikalischer Zusammenhänge im Raum gelten. In einem dreiachsigen Koordinatensystem (Entropie = x, Volumen = y, Energie = z) modellierte Maxwell aus Ton auf Basis der Berechnungen von Gibbs eine Skulptur, deren wellenförmige Oberfläche durch aufgebrachte Isobaren und Isothermen Auskunft über den Druck- und Temperaturverlauf gibt. Während Maxwell einen der drei Gipsabgüsse als Geschenk an Willard Gibbs schickte, wurden die anderen beiden Abdrücke zu Lehr- und Forschungszwecken an der Universität Cambridge verwahrt.

 

167 James Clark Maxwell, Thermodynamisches Modell, Gips, 1874, The Museum at the Cavendish Laboratory, University of Cambridge

 

Eine noch ältere skulpturale Übersetzung eines thermodynamischen Graphen stammt von James Thomson (1822-1892). 1871 fertigte er aus Gips ein Modell das über den Koordinaten Druck, Volumen und Temperatur die Konzentration von Kohlendioxid angibt.

 

169 James Thomson, Thermodynamisches Modell, Gips, 1871, The Hunterian Museum and Art Gallery, University of Glasgow

 

Quellen:

 

http://www.sv.vt.edu/classes/ESM4714/methods/Gibbs.html

 

http://www.eoht.info/page/Maxwell%E2%80%99s+thermodynamic+surface

 

http://en.wikipedia.org/wiki/Maxwell%27s_thermodynamic_surface

 

The Museum at the Cavendish Laboratory, University of Cambridge

(http://www-outreach.phy.cam.ac.uk/camphy/museum/area1/cabinet1.htm)