Exkursion

Fraunhofer IOSB 

12.01.2012 / Ettlingen, Deutschland

Interview mit Dr. rer. nat. Dipl.-Phys. Max Winkelmann

 

 

Das Abbild eines Objekts im Wärmebild (Signatur) wird im Wesentlichen von seiner Umgebung bestimmt. Um eine Aussage über die Sichtbarkeit eines Objektes in einer bestimmten Umgebung machen zu können, wird der Einfluss der maßgeblichen Umweltfaktoren auf das thermische Erscheinungsbild bestimmt. Am Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung werden Verfahren zur Charakterisierung getragener Textilmaterialien im Wärmebild entwickelt und verfeinert.
 
Dazu wird im Umweltsimulationslabor ein Textil auf einer Heizplatte mit regelbarer Temperatur platziert. Die Temperatur wird auf 34°C eingestellt, was der Hauttemperatur eines menschlichen Körpers entspricht. Im Folgenden werden dann bei einer definierten Lufttemperatur für unterschiedliche Windgeschwindigkeiten in vier unterschiedlichen Umweltszenarien eine Wärmebildsequenz über 5min mit einer Bildfrequenz von 1Hz aufgenommen:
Ohne Strahlungsquellen
Künstliche Sonne als Strahlungsquelle
Künstliche Sonne und kalter Himmel als Strahlungsquelle
Kalter Himmel als Strahlungsquelle
Die Messungen werden für eine Neigung der Probe von 30° und 45° gegenüber der Senkrechten durchgeführt, um unterschiedliche Reflektionsbedingungen gegenüber den Strahlungsquellen zu erhalten.
Anschließend wird die mittlere Temperatur der untersuchten Textilfläche bestimmt und über die Sequenz der zeitliche Mittelwert gebildet.
 
Zur Bestimmung der Auffälligkeit einer Person, die das untersuchte Textil trägt, in natürlicher Umgebung wird die Lufttemperatur als Vergleich herangezogen, da die Lufttemperatur die Temperatur einer grünen Vegetation im Wärmebild dominiert.

 

Herzlichen Dank an Max Winkelmann und die Mitarbeiter des IOSB für die freundliche Unterstützung!