GLORIA steht als Abkürzung für „GLObal Limb Radiance Imager of the Atmosphere“ und ist ein gemeinsames Projekt des Forschungszentrums Jülich und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) in Kooperation mit der  Forschungsgruppe Atmosphärenphysik der Bergischen Universität Wuppertal. Im Unterschied zu den älteren bodengebundenen Fourier Transformations Infrarot Spektrometern (FTIR) kommt GLORIA ab dem Sommer 2012 an Bord des Forschungsflugzeugs "HALO" in einer Höhe zwischen 10 und 20 Kilometern zum Einsatz.

 

171 Das Spektrometer GLORIA-AB

 

Als ein abbildendes Infrarot-Interferometer (IFTS) erfasst GLORIA die Luftschichten unterhalb und seitlich des Flugzeuges. Es misst die Infrarot-Emissionen sowohl der Troposphäre als auch der unteren Stratosphäre und liefert in visueller Form detaillierte Informationen, die die Vorgänge in der Atmosphäre erklären helfen. Das Instrument erfasst zahlreiche klimarelevante Spurengase, die besonders im Bereich der Tropopause einen besonders großen Einfluss auf die Strahlungsbilanz der Atmosphäre und damit auf die Temperatur am Erdboden haben. Die einfallende Strahlung, gemessen als Infrarot-Emission, gibt Auskunft über Spurengase wie Kohlendioxid, Methan, Ozon, Wasserdampf sowie zahlreiche Stickstoff- und Chlorverbindungen. Diese Gase können aufgrund ihrer ausgesandten Wärmestrahlung in ihrer Konzentration und räumlichen Bewegung mit Hilfe von Spektralfarben abgebildet werden. Sie erscheinen zunächst auf der optischen Fläche zweier Schwarzkörper, deren Basis ein Pyramidenfeld mit 49 Einzelspitzen darstellt, welches die Strahlung kalibriert.

 


173 Pyramidenfeld und Infrarot-Aufnahme

Das Interferometer schafft es im Anschluss, die Strahlung in einer hohen spektralen und räumlichen Auflösung zu modellieren, bevor sie an einen Detektor übermittelt wird. Mithilfe einer Ausleseelektronik entsteht ein übermittelbarer Datenstrom. GLORIA ist in der Lage, auf einer horizontalen Länge von 22 Kilometern präzise Auskünfte z. B. über die Temperatur in Wolkenfeldern zu geben.

 

174 Darstellung der Temperaturverläufe innerhalb eines Taifuns mit Hilfe von GLORIA

 

Seit Anfang Dezember 2011 wird GLORIA während vier Test- und Messflügen am Rumpf des russischen Höhenforschungsflugzeugs „Geophysica“ über der Arktis getestet. Nach Auswertung der Ergebnisse sind dann Einsätze mit dem deutschen Forschungsflugzeug „HALO“ geplant. Angestrebt wird schlussendlich der Einsatz an Bord eines ESA-Satelliten. Die Erkenntnisse, die GLORIA unter anderem über die Zusammensetzung und Konzentration der unterschiedlichen Spurengase liefern wird, sollen in erster Linie der weiteren Verbesserung der Klimamodelle dienen.

 

Quellen:

 

http://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Meldungen/IEK/IEK-7/DE/11-12-01Gloria.html

 

http://www.atmos.physik.uni-wuppertal.de/artikel/projekte/GLORIA-BB-index.html

 

http://gloria.fzk.de/html/FrontPage/index.html

 

http://www.fz-juelich.de/cae/servlet/contentblob/950534/publicationFile/12406/Spektrometer%20GLORIA%20f%C3%BCrs%20Forschungsflugzeug%20HALO.pdf

 

http://www.imk-asf.kit.edu/223.php

 

 

Zur Vertiefung:

 

http://gloria.fzk.de/attachments/FrontPage/Koordination/Ver%C3%B6ffentlichungen/riese_gloria_revised-1.pdf

 

http://gloria.fzk.de/attachments/FrontPage/Koordination/Ver%C3%B6ffentlichungen/GLORIA_Friedl-Vallon-1.pdf