Präsentation des Projektes Imaging Technology in der Ausstellung Sommerloch an der HfG Karlsruhe

 

Imaging Technologies beschäftigt sich mit neuen "bildgebenden Technologien" und "operativen Bildern" - Bilder, die keinen Prozess (etwa einen Arbeitsablauf) darstellen, sondern integraler Teil eines Prozesses sind, und häufig innerhalb der jeweiligen Prozesse eine Schlüsselstellung einnehmen. Zum einen geht es dem Seminar darum, die Frage nach dem Verhältnis von Fotografie zu diesen Bildern zu stellen, und um die Einbindung einer explizit nicht-ästhetischen Bildproduktion in die Geschichtsschreibung. Zum anderen geht es darum zu erforschen inwieweit diese Bilder operativ sind insbesondere in Bezug auf Raumproduktion. Wenn Raum verstanden wird als Summe der Praktiken, die ihn konstituieren, dann entstehen in der Gegenwart durch die neuen Technologien neuartige Räume. Bildgebende Technologien wie etwa Satelliten oder auch Schallsensoren bilden Raum nicht nur ab, sie produzieren neue Räume, in dem Maße wie es diese Räume vor ihrer messtechnischen Erfassung nicht gegeben hat, und sie erst durch die von Technologie ermöglichten und autorisierten Praktiken konstitutiert und kontrollierbar werden. Raum ist immer auch politischer Raum: Welche politischen Räume bringen die neuen bildgebenden Technologien hervor, welche bringen sie zum Verschwinden? Die entsprechenden Technologien, soviel steht fest, sind zur Grundlage wesentlicher politischer und operationeller (etwa militärischer) Entscheidungen geworden, und haben auch darüber hinaus noch weitreichende Auswirkungen auf sozio-politische Zusammenhänge.

 

Das Seminar widmet sich den Fragen der Praktiken und Kompetenzen, die notwendig sind, um Bilder, die im wesentlichen als Datensammlungen zu bezeichnen sind - generiert mit unterschiedlichen Messmethoden (wie etwa Satellitentechnologien)  - in Information zu überführen. Wie wird ein komplexer Sachverhalt konstruiert, durch Montage handhabbar gemacht und damit re-konstruierbar? Welche Kompetenzen entstehen beim Umgang mit diesen Technologien? Das Seminar arbeitet mit Bildern aus nicht-künstlerischen Bereichen wie Wissenschaft, Nachrichtentechnologie, Militär, Medizin und Kunstreproduktion. Es besteht aus Feld-Exkursionen zu weltweit führenden Technologieanbietern, und aus theoretischer Arbeit, bei der ein Rahmen zur Reflektion der neuen Technologien entwickelt werden soll. Das Seminar dient auch als vorbereitenden Recherche einer Ausstellung, die für das ZKM entwickelt werden soll. Die gesammelten und selbst aufgezeichneten Bilder und Videoaufnahmen präsentieren einen Einblick in die bisherige Arbeit und versuchen durch eine lose Verknüpfung unterschiedlicher Themenkomplexe eine Reihe möglicher Narrationen aufzubauen. Der in der Ausstellung präsentierte Videoloop fasst als mediale Formatierung analog einer Ausstellung verschiedene gefilmte und gefundene Materialien zusammen.

 

Die während der Recherche gefundenen und produzierten Aufnahmen, welche bereits in der Ausstellung OPERATIONAL IMAGES am Centre de la Photographie Genève installativ ausgestellt wurden, erfahren nun eine Übersetzung in die lineare Form eines Videoloops. Die dabei stattfindende Auswahl von Materialien erlaubt - entgegen der Idee der Ausstellung - keinen frei verknüpfenden Umgang mit den Exponaten. Stattdessen vermittelt der Film dem Betrachter anhand einer konzentrierten Auswahl von Bildern und Szenen das Interesse der Projektteilnehmer an einzelnen Aspekten der Recherche. Der Medienwechsel in die lineare Narration produziert somit ein Moment der Vermittlung. Die Problematik der Verknüpfung von Einzelaspekten innerhalb einer linearen Struktur verdeutlicht dabei den analogen Aspekt kuratorischer und installativ-räumlicher Setzungen in Ausstellungen. Diese Schwierigkeit wird durch die Verwendung von Zwischentiteln reflektiert und lässt den Betrachter den Moment der Montage und Video wie auch Ausstellung als Produkte einer prozessualen Kontextualisierungsarbeit begreifen.

 

Ausstellende: Benjamin Behringer, Lisa Bergmann, Kilian Fabich, Susan Funk, Valeska Höchst, Stefanie Miller, Felix Mittelberger

Betreuung: Prof. Michael Clegg, Anselm Franke, Samuel Korn, Prof. Wilfried Kühn, Prof. Armin Linke

 

 

Eröffnung: Dienstag den 12.07.2011 um 18:00h.

Ende: 17.07.2011

Nähre Informationen auf der Hompage der HfG Karlsruhe: Link