SCRIPT OF DEMOLITION


Das Buch Script of Demolition zeigt das Archiv der Sprengmeisterfamilie Fink, die seit 60 Jahren jede ihrer Sprengungen dokumentiert. Die Sprengmeister benutzen die Kamera wie einen Messapparat – um die Sekunden, in denen ein Haus dekonstruiert wird, genau studieren zu können. Die Bildproduktion und ihre Auswertung funktioniert wie ein permanenter Abgleich der Idee mit der Realität. So entstehen technische Zeichnungen, Fotografien und Filme, um den Prozess des

Sprengens zu optimieren.

 

Alina Schmuch, die in ihrer künstlerischen Arbeit oft selbst fotografiert, tritt in Script of Demolition einen Schritt zurück, kuratiert das Bildmaterial der Sprengmeister und untersucht es in Hinblick auf verschiedene Lesbarkeiten. Wie werden die Bilder im technischen Kontext der Sprengmeister gelesen, wie im fotografischen, künstlerischen Kontext? Neben der Entwicklung der Sprengtechnik wird in dem Material auch der Wandel der bildgebenden Medien sichtbar. In Bewegungsstudien sinken Stockwerke ineinander, das Innere des Gebäudes und seine materielle Substanz wird, wie beim Aufbau sichtbar. Zu sehen sind die Vorbereitungen der Sprengung – technische Geräte, improvisierte Konstruktionen und zerschnittene
Häuser. Man sieht den Rückbau, die Reduktion, und Menschen, die diese neuen Formierungen begutachten. Philip Ursprung, schreibt in seinem Essay Die Fotografie der Sprengung und die Sprengung der Fotografie, „Beide Berufe, der Fotograf und der Sprengmeister, sind wenn man so will, anachronistische Metiers. […] In beiden Metiers ist der Moment des Auslösens (der Zündung, beziehungsweise des Verschlusses) entscheidend. Innerhalb eines Sekundenbruchteils wird ein fixierter Zustand in Fluss gesetzt, beziehungsweise der Fluss der Zeit fixiert.“ Nach „LOSK – An Assembly of Shifting Spaces“ welches 2013 in Zusammenarbeit mit Franca Scholz entstand, ist „Script of Demolition“ Alina Schmuchs zweite Veröffentlichung bei Spector Books.

 

http://www.alinaschmuch.de/scriptofdemolition/